Die unmittelbaren Folgen der fürchterlichen Katastrophen in Japan flimmerten weltweit über die Fernsehergeräte und füllten wochenlang die Zeitungen. Doch neben der sichtbaren Zerstörung ganzer Ortschaften und Landstriche gibt es längerfristige Nachwirkungen, die jetzt auch die Produzenten von Koi-Futter treffen. So ist unter anderem der Preis für Fischmehl um 35 Prozent angestiegen. Zudem werden Produkte aus Japan seit der Katastrophe einer aufwändigen Strahlenprüfung unterzogen, deren Kosten immens sind. Und das Ende der Preisspirale scheint noch nicht erreicht. Bedingt durch die Verknappung der Rohstoffe rechnet Daniel Heerz, Vertriebsleiter bei Aqua Logistik, mit einer weiteren Verteuerung und einem Anstieg der Transportkosten. Seit 2004 hat der Großhandel für Teichzubehör und Koi das Edelfisch-Futter der Firma Japan Pet Design (JPD) im Programm. Doch durch das schwere Erdbeben, den Tsunami und die darauf folgende Atomkatastrophe wurde der Export des Futters immer langwieriger und kostenintensiver. „Es gab zwar auch schon davor immer wiederkehrende Transportprobleme, aber diese haben sich nach den Katastrophen weiter verschärft“, erklärt Heerz. Und so griff das Unternehmen vor drei Monaten eine Idee auf, die schon länger in den Schreibtischschubladen von Aqua Logistik ruhte: Die Verlagerung der kompletten Koi-Futter-Produktion von JPD von Japan in die Europäische Union. „Für uns war das auch eine Verpflichtung unseren japanischen Geschäftspartnern gegenüber, zu denen wir über die Jahre feste Handelsbeziehungen und Freundschaften aufgebaut haben“, so Heerz. Das Unternehmen und die Produktion selbst bleiben dabei weiterhin in den Händen von JPD. „Wir kooperieren nach dem Motto ‚Japanisches Know-how mit Produktion in Europa‘“, betont Heerz. Aqua Logistik verstehe sich bei dem Vorgang als tragende Säule beim Aufbau des neuen Konzeptes. Übernahme von Tradition Mit der Auslagerung der Koi-Futter-Produktion kommt auch ein großes Stück japanischer Unternehmenstradition nach Europa. So besteht die Firma JPD bereits in der achten Generation und hat schon vor 200 Jahren mit der Herstellung von Futter für Goldfische und Fischzüchter begonnen. Nachdem die Koi Anfang der 60-er Jahre weltweit bekannt wurden, exportierte das Unternehmen dann auch Koi-Futter nach Europa. Ryuichi Yoshida, seit zehn Jahren JPD-Präsident, gilt dabei als Hauptverantwortlicher für die Öffnung des Unternehmens für die internationalen Märkte. Um die Kommunikation zwischen Japan und Europa…