In den Anfangszeiten der Garten- & Zooevent war keineswegs klar, dass sich die Messe innerhalb der Garten- und Heimtierbranche auch auf Dauer durchsetzen würde. Im Oktober 2000 eröffneten die beiden Fachhandelskooperationen Sagaflor und Egesa-Zookauf erstmals die Doppelmesse. Die Besucherresonanz war alles andere als großartig, der Zoofachhandel war messemüde.
Wunsch nach einer nationalen Messe
Vorausgegangen war der ersten Garten- & Zooevent eine kontroverse Debatte, wie die Heimtierbranche wieder mehr Fachbesucher auf ihre Fachmessen locken könne. Gerade hatte die Interzoo im Mai 2000 eine ihrer wenigen herben Rückschläge hinnehmen müssen: einen Besucherrückgang um 9 Prozent, wobei das Minus bei den inländischen Besuchern mit 16 Prozent besonders hoch ausfiel. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) hatte schon davor angekündigt, künftig im Interzoo-freien Jahr eine eigene nationale Heimtiermesse, die DeZooFa in Wiesbaden, etablieren zu wollen. Der Verband reagierte damit auf den Wunsch seiner Mitglieder, die mehrheitlich eine solche Messe haben wollten. Eine nationale Heimtiermesse, so das Kalkül, sollte auch dazu beitragen, die zunehmende Zahl von Hausmessen der Industrie und des Großhandels einzudämmen.
Der Vorstoß des Zentralverbands setzte Sagaflor und Egesa-Zookauf gewaltig unter Druck. Nachdem die beiden Fachhandelskooperationen ein Jahr zuvor ihre Ordermessen noch getrennt veranstaltet hatten, rauften sie sich wieder zusammen und riefen für 1999 die Zoo '99 ins Leben - den Vorläufer der Garten- & Zooevent.
Was an der Zoo '99 gegenüber den bisherigen Ordermessen der beiden Fachhandelskooperationen neu war: Auch Nicht-Kooperationsmitglieder aus dem Fachhandel und ausländische Herstellerbetriebe waren willkommen. Die Zoo '99 und erst recht die Zooevent wurden als nationale Heimtierfachmessen konzipiert.
Anfangs ging die Rechnung auch auf: Die Bildung der Einkaufsplattform Zookonzept hatte zur Folge, dass auf der Zooevent auch die Futterhaus-Gruppe als Aussteller gewonnen wurde. Viele Franchisenehmer dieser Fachhandelskette kamen zur Messe nach Kassel. Ebenso einige Fressnapf-Franchisenehmer und nicht wenige unabhängige Zoofachhändler. Auch auf Ausstellerseite ging das Konzept auf: Die Zahl der Lieferanten stieg leicht an, die Vielfalt auf der Messe nahm zu.
Geändertes Besucherverhalten
Von Beginn an litt die Zooevent allerdings unter vergleichsweise schwachen Besucherzahlen im Interzoo-Jahr. Dies führte immer wieder dazu, dass einzelne Lieferanten ihre Teilnahme als Aussteller absagten und damit drohten, überhaupt nicht mehr auf der Zooevent auszustellen. Nahezu alle kamen aber schon bald wieder zurück. Mit der Einstellung der DeZooFa war dann die Entscheidung zugunsten der Garten- & Zooevent gefallen: Die Doppelmesse war zwar innerhalb der Heimtierbranche nie ganz unumstritten, sollte sich allerdings trotzdem auf Dauer etablieren.
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Dass die Kritik an der Zooevent nie ganz abebben wollte, lag auch an überzogenen Erwartungen der Industrie. Viele Firmen wollten lange Zeit nicht einsehen, dass mit dem zunehmenden Konzentrationsprozess im Zoofachhandel auch die Zahl der potenziellen Messebesucher zurückging. Denn bei den Kettengeschäften, die immer mehr den Ton im Zoofachhandel angaben, war die Bereitschaft, neben der Interzoo eine weitere Fachmesse zu besuchen, nie besonders ausgeprägt. Zumal Fressnapf und später auch Futterhaus eigene Messen ins Leben riefen.
Heute hat man sich damit abgefunden, dass die Garten- & Zooevent eine Art Hausmesse der beiden Fachhandelskooperationen und ihrer Partnerbetriebe darstellt. Deren Lieferanten können die Messe aufgrund der Bedeutung dieser Handelsunternehmen nicht ignorieren. Also machen sie das Beste daraus und versuchen in Zusammenarbeit mit den beiden Messeveranstaltern die Garten- & Zooevent so attraktiv wie möglich zu gestalten, um möglichst viele Besucher anzulocken. Tatsächlich hat sich das Erscheinungsbild der Doppelmesse im Laufe der Jahre deutlich verbessert und wird mittlerweile auch optisch ihrem hohen Anspruch gerecht.
Ein wichtiges Ziel aus der Gründungsphase konnte übrigens auch erreicht werden: Die Zahl der Hausmessen ging tatsächlich in den zurückliegenden Jahren zurück. Vor allem deshalb, weil einige Veranstalter einsahen, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer eigenen Messen immer mehr verschlechterte. Und weil selbst großartige Aktionen, tolle Gewinnspiele und attraktive Showeinlagen immer weniger in der Lage waren, eine große Zahl an Fachbesucher anzulocken.

Das Erscheinungsbild der Doppelmesse hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr verbessert.

Wenn’s gut läuft, ist die Zooevent sogar ein Besuchermagnet.